Auf geht’s – der Reha-Podcast Folge 59: Therapie an Deinem Arbeitsplatz

„Es macht Sinn, dass sich jemand die Schnittstelle Medizin und Arbeitsplatz aus therapeutischer Sicht anschaut!“ stellt Jesko Kleefmann als Ergo- und Arbeitstherapeut fest. In der heutigen Sendung geht es um die Situation am Arbeitsplatz. Geht es mit den Unfallfolgen zurück an den Arbeitsplatz? Wie muss der Arbeitsplatz vielleicht gestaltet werden? Deshalb stellt Jesko Kleefmann fest: „Ich gehe mit den Patienten, den Versicherten in seine Welt!“

In der Praxis Wolters und Sohns in Bremen wird Arbeits- und Ergotherapie angeboten. Ein Schwerpunkt ist die berufliche Wiedereingliederung nach einem Unfall. Häufig handelt es sich in der Praxis um Arbeits- und Wegeunfälle und dadurch entstandene Probleme am Arbeitsplatz.

Der Arbeitsplatz trägt zur Genesung bei

Für viele Menschen, die einen schweren Unfall erlitten haben, stellt sich irgendwann die Frage, ob und inwiefern eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz möglich ist. Diese Frage entsteht entweder in der Reha-Planung mit Ärzten, Reha-Diensten und Betroffenen oder bei den Kostenträgern, die Problemstellungen am Arbeitsplatz vermuten.

Die Leistungsanalysen, die durch Arbeitstherapeuten wie Jesko Kleefmann durchgeführt werden, finden auf zwei Ebenen statt. Zum einen wird der Arbeitsplatz in der Praxis analysiert, zum anderen wird eine Besichtigung des Arbeitsplatzes vor Ort durchgeführt. Dazu werden oft der Kostenträger oder der Arbeitgeber eingeladen, um die Situation aus Sicht des Patienten zu betrachtet und zu verstehen.

Was kann ich noch leisten?

Diese Frage stellen sich viele Menschen nach einem Unfall, und genau diese soll in der arbeitstherapeutischen/‑marktbezogenen Leistungsanalyse beantwortet werden. Jesko Kleefmann erstellt zusammen mit seinen Patienten ein Tätigkeitsprofil, indem alle arbeitsplatzrelevanten Belastungsformen geprüft werden. Dabei werden die Diagnose und der aktuelle Befund nicht außer Acht gelassen.

Der erste Schritt ist oft die arbeitstherapeutische Leistungsanalyse, bei der am konkreten Arbeitsplatz geschaut wird, was noch geht und wo Defizite sind. Außerdem wird untersucht, ob mit geeigneten Hilfsmitteln (z. B. Sitzmöbel, Schreibtische, Pausenzeiten) eine Wiedereingliederung möglich ist. Zudem werden Therapien zur Verbesserung der Situation empfohlen.

Sollte eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz nicht möglich sein, wird eine arbeitsmarktbezogene Leistungsanalyse durchgeführt. Diese findet in der Praxis Wolters und Sohns statt und erstreckt sich über mehrere Tage. Dabei wird ein Belastungsprofil mit einem positiven Ergebnis erstellt, indem Belastungsanforderungen (z. B. stehen, gehen, Lasten tragen etc.) aus der Arbeitswelt geprüft werden. Es wird also geschaut, was der Patient noch kann und welche Arbeitsmöglichkeiten für ihn bestehen. Dabei spielen neben der körperlichen Belastungsfähigkeit auch die Selbsteinschätzung und die Interessen des Betroffenen eine große Rolle.

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Schlüsselwörter:
Arbeitsplatz, Wiedereingliederung, Leistungsanalyse, Belastungsprofil, BEM, Arbeitstherapie, Unterstützung