Auf geht's – der Reha-Podcast Folge 63: Eine Reha-Kette für Kinder - Nachsorge für schädelhirnverletzte Kinder

Jaqueline Ludewigt

„Eltern sollten ein aufmerksames Auge auf ihr Kind haben“, so Frau Dr. Annegret Ritz, ehemalige Gründerin und Chefärztin des Neurologischen Rehabilitationszentrums für Kinder und Jugendliche Bremen Friedehorst. Frau Dr. Ritz kann aus Ihrer Erfahrung berichten, inwiefern leichte Schädelhirntraumen bei Kindern zu weitreichenden Folgen führen kann. Für die richtige Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten. „Wir wollen keine überbesorgten Eltern die ab jetzt ihr Kind in Watte packen, sondern mit ihrem Kind umgehen wie bisher“, so die Expertin für Kinderneurologie.

Der Schweregrad eines Schädelhirntraumas reicht von leicht über mittel bis hin zu schwer. Doch auch die Diagnose eines leichten Traumas sollte man keinesfalls unterschätzen! Insbesondere bei Kindern ist größte Aufmerksamkeit geboten. Nicht die Fähigkeiten, welche ein Kind bereits vor dem Unfall besaß, sondern die noch nicht entwickelten Fähigkeiten sind bei einem Schädelhirntrauma stärker betroffen. Daher reicht es bei einem Kind auch nicht aus, wenn es wieder so wie vor dem Unfall ist. Es gilt, die Entwicklung des Kindes genau im Blick zu haben und Veränderungen oder Verzögerungen direkt zu bemerken. So kann man sich frühzeitig die passende Unterstützung suchen, um weiteren Langzeitfolgen vorzubeugen.

Eine Beobachtung des Kindes in seinem Verhalten, ist daher von besonderer Priorität für die Eltern sowie für Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen. Um hierfür die Aufmerksamkeit zu lenken gibt es im Rahmen einiger medizinischer Versorgungen Fragebögen, welche das Verhalten des Kindes erfassen. So entgehen einem keine Auffälligkeiten, die das Aufsuchen eines Experten notwendig machen. Hierzu gehören beispielsweise lokale Neurologen oder Sozialpädiatrische Zentren, aber auch der Bundesverband Kinderneurologie-Hilfe oder der Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker stellen eine große Unterstützung dar.

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Schlüsselwörter:
Kinderneurologie, Schädelhirntrauma, Entwicklungsstufen, Beobachtung, Aufmerksamkeit