Auf geht's – der Reha-Podcast Folge 117: Arbeitserhalt bei Epilepsie: Hilfe für Betroffene und Arbeitgeber

Reha-Aktiv-Bersenbrück

Spezialisierte Fachdienste und eine gute Behandlung können bei einer Epilepsie als Basis für den Erhalt der Arbeitskraft dienen.

Das Netzwerk Epilepsie und Arbeit (NEA) setzt sich für die Vermittlung zwischen allen Beteiligten ein, um bei Bedarf den Arbeitsplatz umzustrukturieren, neue Wege aufzuzeigen und bei fehlenden Lösungsmöglichkeiten neue Optionen darzulegen.

Susanne Heggemann agiert im Netzwerk für Reha-Aktiv-Bersenbrück, das seit 2012 den Schwerpunkt auf die Kombination Arbeit und Epilepsie legt. 

Ob Vermittlung am Arbeitsplatz, Hilfestellung für den Arbeitgeber bei der Arbeitsplatzumstrukturierung oder der Suche nach einem alternativen Betätigungsfeld, wenn der eigene Beruf nach der Diagnostik eines Anfallsleidens nicht mehr ausführbar ist: Susanne Heggemann weiß, welche Probleme auf Epileptiker in der Arbeitswelt zukommen.

Gefährdungen wie das Arbeiten an Maschinen oder der Verlust der Fahreignung führen dabei nicht selten dazu, dass der ursprüngliche Beruf völlig aus den möglichen Zukunftsoptionen wegfällt und eine Neustrukturierung des Arbeitsplatzes durch besondere Schutzmaßnahmen und Hilfsmittel oder die Entwicklung eines neuen Tätigkeitsfeldes im Unternehmen nötig wird.

"Für uns ist es hilfreich, die Vorgeschichte zu wissen.", berichtet Susanne Heggemann im Podcast. Ihre Hilfestellung kann die "erste Hilfe" in der beruflichen Neuplanung darstellen, aber auch die langfristige Begleitung bis hin zur Neuentwicklung und Umsetzung in der neuen Tätigkeit. Durchschnittlich werden Betroffene zwischen fünf und sechs Monate begleitet, mitunter reichen sechs Wochen bis drei Monate, bei schwierigen Aspekten wird auch länger betreut.

Das Team sieht sich dabei nicht allein als Ansprechpartner für Betroffene und ihre Angehörigen, sondern auch als Partner der Arbeitgeber, die sich aktiv in die nötigen Anpassungsmaßnahmen einbringen wollen oder als Schnittstelle für den Kontakt mit den richtigen Kostenträgern.

Im Mittelpunkt steht jedoch der Betroffene selbst, der nach notwendiger Reha mit Aspekten wie der Schwerbehinderung, den richtigen Medikamenten und den neuen Herausforderungen der Arbeitswelt konfrontiert ist.

Doch nicht immer gibt es eine Lösung, die sich durch die Umgestaltung des Arbeitsplatzes entsprechend der Bedürfnisse des Betroffenen umsetzen lässt. "Es gibt unterschiedliche Anfallsarten bei Epilepsie und je nach Ausprägung und bei bestimmten Ausfallsarten ist es nicht mehr möglich bestimmte Berufe auszuüben." berichtet Susanne Heggemann und führt aus, dass ein Berufskraftfahrer, der seine Fahreignung verliert, für ein Unternehmen kaum mehr einsetzbar ist.

Finden sich keine neuen Betätigungsfelder im Unternehmen, wird die Erkrankung zum Kündigungsgrund. In solchen Fällen unterstützt das Team von Reha-Aktiv-Bersenbrück bei der Neuorientierung auf dem Arbeitsmarkt, deren Möglichkeiten von der Weiterbildung bis hin zu einer völlig neuen Tätigkeit reichen kann.

Der spannende Podcast rund um das Thema Epilepsie und Arbeit schließt mit interessanten Literaturempfehlungen, die sich an Betroffene, aber auch an interessierte Arbeitgeber und Angehörige wenden. 

Links zum Thema:
https://www.hph-bsb.de/hph-angebote/berufliche-qualifikation-und-arbeit/neurologische-berufliche-rehabilitation.html 

http://www.epilepsie-arbeit.de 

http://www.epilepsie-beratung.de/startseite.html

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