Auf geht's – der Reha-Podcast Folge 118: Neues vom SMART- Modell

Ziele zu erreichen und Erfolge zu erleben ist für jeden einzelnen Menschen wichtig, darin sollte es wohl wenig Widerspruch geben. Für den Weg zum Ziel gibt es jedoch kein allgemeingültiges Erfolgsrezept. Der wichtigste Faktor ist das Individuum – Du selbst!

Aber es gibt viele Strategien, die dir helfen können zu einem positiven Ergebnis zu kommen.

Heute geht Jörg Dommershausen auf die Diskussion ein, ob und inwiefern eine klare Zielsetzung überhaupt sinnvoll ist.

In Sendung 18 des Auf geht’s der Reha-Podcast wurde bereits das SMART-Modell zur Zielerreichung vorgestellt. Heute setzt sich Jörg Dommershausen noch einmal genauer mit dem Punkt S=Spezifisch auseinander.

In einem Betrag der Nordwest Zeitung deckt der Motivationspsychologe Dr. Stefan Frädrich seine Stellung zur Zielsetzung auf: „Der Weg ist das Ziel, oft aber ist das Ziel im Weg.“

Die Handlungen, welche schlussendlich zu einem Ergebnis führen, seien von viel größerer Bedeutung, als das feststecken eines präzisen Ziels. Dies zeige sich bereits daran, dass jeder Dinge erreicht, welche man sich zuvor gar nicht bewusst vorgenommen hat.

Hier setzten der Erklärungsansatz von Vera F. Birkenbihl an, welche in ihrem Buch „Inneres Archiv“ von den „Spaghetti-Neuronen“ berichtet: Aufgrund der Aktivität dieser Neuronen lernen wir viele Dinge, indem wir sie uns bei anderen abgucken – beispielsweise Spaghetti essen. Dieses wiederspiegeln findet unterbewusst statt, sodass es keine klare Zielformulierung benötigt.

Jörg Dommershausen

Jörg Dommershausen empfindet die Zielsetzung allerdings gerade für die Mobilisierung der eigenen Kräfte notwendig. Je mehr man sich der eigenen Situation bewusst ist, seine Defizite erkennt, desto wichtiger ist es, einen Fokus zu setzen. Es geht um das bewusst werden der eigenen Ziele. So ist die Ausübung der Handlungen, das Bestreiten des Weges, nicht nur einfacher, sondern auch erfolgsversprechender.

Eine Motivation aus sich heraus sei zwar wünschenswert, doch Ziele als Hilfestellung keinesfalls zu unterschätzen. Dies gilt in allen Lebenslagen. Wer kann seinem eigenen Schweinehund schon widersagen, um endlich mal wieder Sport zu treiben, sich an die Bearbeitung der nächsten Prüfungsleistung zu machen oder die Reha-Übungen durchzuführen, wenn man dabei nicht das gewünschte Ergebnis fokussiert?

Die Sinnsuche innerhalb der eigenen Handlung, welche Herr Dr. Frädrich fordert, ist ohne Zweifel von großer Wichtigkeit. In seiner Arbeit als Reha-Manger und Reha-Coach betreut Jörg Dommershausen seine Klienten auch in diesem Hinblick. Zielsetzungen und Lösungsstrategien werden nicht schichtweg nur gefordert, sondern zusammen erarbeitet, diskutiert und angepasst, bis der Klient zufrieden und zuversichtlich den neuen Aufgaben entgegensieht. Diese Unterstützung wird immer gewährleistet.

In der nächsten Sendung von Auf geht’s - der Reha-Podcast ist Sven Döding zu Gast. Er berichtet, wie sein Leben nach einem Schädel -Hirn-Trauma weitergeht.

Den entsprechenden NWZ-Artikel zur heutigen Sendung finden Sie hier online.

Nähere Informationen zu den Spaghetti-Neuronen und weiteren Interessanten Überlegungen von Verena Birkenbihl gibt es hier.

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Schlüsselwörter:
Ziele, Zielsetzung, Lösungsstrategien, Erfolge, Handlung, Motivation, Zukunftsorientiert, Spiegel-Neuronen, Spaghetti-Neuronen, Bewusstwerdung