Auf geht’s – der Reha-Podcast Folge 121: Rücksichtnahme und Pflege bis zur Aufopferung

Rücksichtnahme und Pflege bis zur Aufopferung

Ramona Rosema

In ihrem eigenen Fall war es der spätere Ehemann, der als pflegender Angehöriger für Ramona zur Verfügung stand. Selbst noch von den Strapazen des Unfalls und der Gewöhnung an die neue Situation belastet, bemerkte sie erst spät, wie sich das Verhältnis von gleichberechtigten Partnern über die Positionen von Pfleger und Gepflegter veränderte. Einerseits entstand eine zu große Nähe durch die ständig nötige Bereitschaft des Mannes, andererseits zog er sich unbewusst von ihr zurück.

Hinzu kam die dauerhafte Rücksichtnahme des Umfeldes, die sich jedoch ausschließlich auf Ramona bezog, die Leistungen ihres Mannes, der sich umfassend in ihrer Pflege schulen ließ, in den Hintergrund rückte. So fragte jeder bei einer Begegnung mit Ramonas Mann nach ihrem Wohlbefinden, kaum einer jedoch nach dem Ergehen ihres Mannes. Dabei gab er alle Hobbys und Freizeitaktivitäten auf, um ihr als immer präsente Hilfe zur Verfügung zu stehen. Seine eigenen Bedürfnisse wurden ungefragt zurückgestellt.

Hilfestellung auch für pflegende Angehörige wichtig

Die dauerhafte Rückstellung der eigenen Bedürfnisse ist für Ramonas Ehemann ebenso wie für andere Angehörige von Pflegebedürftigen ungesund. Überlastung, Rückzug und ständige Unzufriedenheit sind nur einige der Probleme die auftreten können und langfristig eine Gesundheitsgefährdung für den pflegenden Angehörigen darstellen.

Da von den Kostenträgern keine Angebote für eine adäquate Hilfestellung kamen, bemühte sich das Paar Rosema selbst um Hilfe: Therapeutische Gespräche führten zurück zu Aufnahme von kraftspendenden Auszeiten und auch die eigenen Aktivitäten und Hobbys wurden ganz bewusst wieder eingeführt. Ramona weiß die Leistung ihres Mannes zu schätzen und wünscht sich mehr Unterstützung für die Angehörigen, damit diese ihre Kräfte nicht nur für die Pflege, sondern auch für sich besser erhalten lernen. 

Als Rollstuhlfahrerin Ramona Rosema nach ihrem Unfall auf Pflege angewiesen ist, ist für ihren späteren Mann die Übernahme der Aufgaben selbstverständlich. Im Podcast erzählt sie von seiner Aufgabe seines eigenen Lebens, die erst durch externe Hilfe in ein gesundes Verhältnis führen konnte. 

Wird ein Angehöriger Opfer eines Unfalls mit langfristigen Folgen, übernimmt nicht selten der Partner die Aufgabe des Pflegers. Rollstuhlfahrerin Ramona Rosema gibt im Podcast Hinweise aus ihrem eigenen Leben und mahnt an, die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen nicht zu vernachlässigen.

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Angehörige, pflegende Angehörige, Hilfe bei Überlastung