Auf geht’s – der Reha-Podcast Folge 139: Die Ergebnisse einer Reha-Planung – Ein Fallbeispiel aus dem ZaR

Jörg Dommershausen

Jörg Dommershausen berichtet in diesem Podcast von dem Zentrum für ambulante Rehabilitationen (ZAR) in Münster aus. Sein im Jahr 1959 geborener Patient hatte einen Motorradunfall, der ausschließlich von der orthopädischen Seite aus behandelt wurde. In seinem Alltag kämpfte er allerdings mit weiteren Problemen.

Im ZAR wurde daher eine medizinische Reha-Planung angestoßen, die unter anderem auch neuropsychologische Probleme berücksichtigt. Dieser Termin hat allen Beteiligten eine Menge Klarheit verschafft.

„Er wollte relativ schnell schon wieder nach Hause. Und dann kamen die ersten Probleme…“ berichtet Jörg Dommershausen über seinen 58-jährigen Klienten. Der Mann hatte zuvor in ganz Norddeutschland für ein großes Unternehmen gearbeitet.

Dann war bei einem Motorradunfall seine Wirbelsäule stark geschädigt worden. Von orthopädischer Seite aus wurde dies gut behandelt, der Mann wurde nach Hause geschickt. Als dort Probleme auftraten, nahm er erfolgreich an einer Reha-Maßnahme teil, die die Rentenversicherung bezahlte.

Der Mann war trotzdem noch immer nicht arbeitsfähig. Denn in seinem Job musste er viel Autofahren, Gespräche und Telefonate führen, am Computer arbeiten, und all dies oft gleichzeitig. Bereits im Erstgespräch erkennt Jörg Dommershausen, dass eine Rückkehr an den alten Arbeitsplatz derzeit nicht stattfinden kann; die geforderte Aufmerksamkeit kann derzeit nicht erbracht werden.

Wenn er mit seinen Freunden sprach, konnte er den Gesprächen oft nicht folgen. Er kam nicht mit, verstand nicht alle Worte, konnte sie sich nicht merken. Wenn seine Freunde durcheinandersprechen stellt dies bereits eine Überforderung für ihn dar. Genauso fand er oft seine eigenen Worte nicht und konnte sich nicht so gut Ausdrücken wie früher.
Der Mann gab zu, dadurch verhaltensauffällig geworden zu sein. „Er hat sich aus seinem sozialen Leben, seinem Freundeskreis, herausgezogen“, bestätigt Jörg Dommershausen. Die Einschränkungen erschweren den Zugang zurück in ein normales Leben erheblich.

Die neue, medizinische Reha-Planung aus dem ZAR begann auch erstmal mit den orthopädischen Aspekten seines Unfalls. Im Laufe der Untersuchungen, kamen jedoch noch weitere Probleme ans Licht. Seine private Unfallversicherung aus Münster übernahm die Kosten für eine neuropsychologische Untersuchung. Bei dieser wurden viele neuropsychologische Probleme aufgedeckt. Der Mann ist, zu großem Bedauern von Jörg Dommershausen, zur Zeit weder erwerbs- noch fahrtauglich. Aber Jörg Dommershausen stellt auch fest: „Wenn es auch für meinen Klienten heute schwierig war, so viele Hiobsbotschaften zu hören, ist Klarheit geschaffen worden, dass er doch eine ganze Menge hat, an dem wir arbeiten können.“
Sobald die endgültigen Berichte aus dem ZAR vorliegen, werden Anträge bei der Rentenversicherung gestellt. Es soll noch eine weitere Reha-Maßnahme beantragt werden, die ambulant oder stationär erfolgen kann. Bei Bedarf würde dem Betroffenen auch ein Neuropsychologe beiseitegestellt, um die Unfallfolgen entsprechend verarbeiten zu können.

Mit der Klarheit durch die Untersuchungen im ZaR kann nun die nächste Reha-Maßnahme mit Fokus auf die neurologischen Prozesse geplant werden. Das Ziel ist es, die Genesung des Klienten in allen Bereichen weitmöglichst voranzutreiben.

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